Diese Episode von „Primat der Wertschöpfung“ untersucht das Spannungsfeld zwischen „roten“ (flexiblen, improvisierenden) und „blauen“ (strukturierten, prozessorientierten) Organisationsansätzen. Die Moderatoren diskutieren ein Phänomen, bei dem der Versuch, durch reine Prozessoptimierung (zu viel Blau) die Effizienz zu steigern, zu einem drastischen Leistungsabfall führen kann – verglichen mit dem geringeren Schaden durch zu viel Flexibilität (zu viel Rot). Gegen diesen Hintergrund wird die „blaue Falle“ beschrieben, in der Organisationen durch übermäßige Prozessorientierung ihre Anpassungsfähigkeit verlieren. Wichtiger noch ist die Irreversibilität des Schadens: Aus der blauen Falle herauszukommen ist deutlich schwieriger als aus einem Zustand mit zu viel Rot. Als Beispiel wird die stark reduzierte Reaktionsfähigkeit von Unternehmen auf unerwartete Ereignisse wie die Corona-Pandemie genannt, die durch eine zu starke Fokussierung auf optimierte Prozesse entsteht. Die Moderatoren betonen die Notwendigkeit eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Rot und Blau und die Bedeutung von „rotem Überschuss“ als Reserve für unerwartete Herausforderungen. Schließlich wird die Gefahr einer ideologischen Überbetonung von „Rot“ als modern und erstrebenswert kritisiert, da dies zu unwirtschaftlichen Ineffizienzen führen kann.