Die philosophische Debatte um das Leib-Seele-Problem findet durch Julien Offray de La Mettries Werk „L’Homme Machine“ eine radikale materialistische Antwort. Der menschliche Körper fungiert dabei als komplexe Maschine, deren Funktionen – von der Verdauung bis zum Denken – ausschließlich auf physikalischen Naturgesetzen und materiellen Prozessen basieren. Diese reduktionistische Perspektive erklärt mentale Zustände als biologische Mechanik, wobei Ockhams Rasiermesser als ontologisches Argument dient: Da eine rein materielle Erklärung ohne die Annahme einer immateriellen Seele auskommt, ist sie nach dem Prinzip der Sparsamkeit vorzuziehen. Diese Sichtweise entthront den Menschen von seiner Sonderstellung, ordnet ihn in die natürliche Welt ein und ebnet den Weg für ein wissenschaftliches Verständnis, das Tiere und Menschen als Teil desselben mechanischen Kontinuums begreift, während sie gleichzeitig traditionelle religiöse Vorstellungen eines übernatürlichen Geistes in Frage stellt.
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