15 Apr 2020
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07 Wer hat Angst vorm „Gender-Wahn“? Exkurs zu Judith Butler

Podcast cover

Durchblick Philosophie

Die philosophische Untersuchung von Geschlecht hinterfragt die binäre Einteilung in Mann und Frau als kulturelles Konstrukt statt als rein biologische Gegebenheit. Während Simone de Beauvoir Geschlechterrollen als Ergebnis gesellschaftlicher Prägung und Sozialisation begreift, geht Judith Butler einen entscheidenden Schritt weiter: Sie betrachtet Geschlecht als performativen Akt, der durch machtgeladene Regulierungsverfahren erst erzeugt wird. Diese „heteronormative Matrix“ festigt Identitäten durch ständige Wiederholung und soziale Erwartungen. Widerstände gegen nicht-binäre Identitäten, wie das Beispiel Lan Hornscheid verdeutlicht, entstehen oft aus der Angst, dass das Infragestellen des binären Schemas die eigene, auf diesen Normen basierende Identität bedroht. Letztlich erweist sich Gender nicht als feste Eigenschaft, sondern als ein fortlaufendes, gesellschaftliches Rollenspiel, dessen binäre Zwänge durch bewusste Störungen und die Anerkennung vielfältigerer Selbstentwürfe aufgebrochen werden können.

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